

Insel
des ewigen Frühlings
Auch
wer glaubt >ewiger Frühling< bedeute immergleiche Sonnenglut, irrt. Wer eine
Zeitlang am Fuß des Teide residiert hat, weiß das.
Es
gibt Tage, vor allem im Hochsommer, da schaut man an der Küste vergebens in
seine Richtung. Die Passatwolken liegen dann wie ein flauschiger Baldachin über
dem Norden der Insel, so als wollten sie die noch ungebräunten Gäste an den
Swimming – Pools der großen Hotels vor der tropischen Sonne schützen. An der
Küste reißt die Wolkendecke jedoch immer wieder auf, so dass die Sonne ihr Licht
auf Wellenkämme, vorgelagerte Strände und Klippen streuen kann. Im Süden ist man
von der Sonne sowieso geblendet. Begibt man sich in die Berge, wo der Passatwind
die Wolken sanft durch die Lorbeer- und Pinienwälder drückt, tauchen Bäume aus
dem Nebel auf wie riesige, verwunschene Feen in wehenden Umhängen aus grünen
Flechten.
In
der Höhe ist man plötzlich der ungewissen Wolkenküche entronnen. Über den
Canadas wölbt sich das tiefe Blau des Himmels, der Teide gleißt im grellen
Sonnenglanz.
Und
wenn schließlich die Nacht hereinbricht, beginnt am Firmament ein Blinken und
Funkeln wie man es in den Industriestaaten, kaum mehr erleben kann, so klar und
rein sind dort oben Luft und Dunkelheit







